schreiben

Publizieren ist für mich mehr als den bibliometrischen Vorgaben des derzeitigen Wissenschaftsbetriebs Genüge zu tragen. Veröffentlichungen öffnen eine Tür zur Welt. Das, was mich als Autorin bewegt, was ich glaube, zu verstehen und für andere Menschen begreifbar machen will, findet über Buchstaben, semiotische Zeichen, Gedrucktes und Gebundenes – mittlerweile auch über den Äther der digitalen Welt – seinen Weg.
Schreiben bedeutet aus meiner Sicht – um mit den antiken Rabbiner*innen zu sprechen – schwarzes Feuer zu kreieren. Das, was festgeschrieben steht, ist jedoch bedeutungslos, wenn es nicht von anderen rezipiert, rezitiert, gefühlt, geatmet, bedacht und im Herzen bewegt wird. Die Rabbiner*innen nennen das „weißes Feuer“ und meinen damit all jenes, das mit Leser*innen geschieht, wenn sie sich dieser Lektüre widmen.
Freilich bezogen die Rabbiner*innen dieses schöne Bild auf inspirierte Texte – in ihrem Fall, auf die heiligen Texte der Thora. Doch was, wenn die Texte uns nicht umkrempeln und nachdenklich machen? Schließlich sind sie gekommen, um zu bleiben, wollen nicht in Archiven verstauben, sondern Menschen berühren, anregen, motivieren und verändern. 

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